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Geschichte der Verbrennung - Die Phlogistontheorie
Stellenwert von Chemie in
der Grundschule: "Ich
weiß es! Ich auch! Nein ich!" - Lebhafter Unterricht in der 1. Klasse. Die
Kinder sind begeistert und wissbegierig,
für vieles noch offen. Deshalb haben gerade Grundschullehrerinnen und -lehrer
ein vielseitiges und verantwortungsvolles Arbeitsfeld. Daher
sind Einfallsreichtum und Fingerspitzengefühl sind gefragt. Um guten Unterricht
zu machen, sollten man selbst den trockensten Stoff noch spannend gestalten können.
Die
Darstellung zur Geschichte der Chemie trägt weites gehend vom
Verständnis historischer und aktueller Entwicklungen bei. Sie sind nicht
nur wichtige Dokumente zur Kulturgeschichte, sondern sie vermitteln wesentliche
Grundlagen zur wissenschaftlichen Allgemeinbildung. So gesehen tragen Kenntnisse
der Geschichte der Chemie auch zur verbesserten Akzeptanz des Faches Chemie
und zur Aufbesserung des Images der Naturwissenschaften insgesamt bei. Die
Vermittlung von Kenntnissen über die Hintergründe eines Experiments sowie über
die Entstehung einer Theorie trägt dazu bei, die Motivation der Kinder zu fördern
und gleichzeitig deren Verständnis zur Chemie zu wecken. Besonders
die „Verbrennung“ ist bis heute für
Kinder ein Phänomen. Da sie die Vorgänge visuell erfassen können, ist das
Interesse am Thema meist unwahrscheinlich groß. Mit Hilfe vieler Schülerexperimente
kann so ein Stück Chemie – Geschichte nachvollzogen und lebendig gemacht
werden. Die Frage nach den
letzten Bestandteilen der Körper, nach den Elementen beschäftigte schon die ältesten
Völker lebhaft. Besonders die Frage nach der materiellen Zusammensetzung der
Welt, ihrem Entstehen und den Ursachen ihrer unaufhörlichen Veränderung wollte
man geklärt wissen. Damit wurden also Probleme berührt, die die verschiedenen
Stoffe und ihre qualitativen Veränderungen betreffen. „ Sie fragten nach den
Dingen, die dem Wandel der Geschehnisse als Bleibendes zugrunde liegen, suchten
nach den ursprünglichen Bestandteilen des Universums und fragten nach den
Ursachen ihrer Veränderungen sowie nach dem „Prinzip“, das alle Bewegungen
hervorruft“[1.
1 ] Die
Lehren des Empedokles ( † um 430 v.
uns. Zeit) aus Akaras enthalten die Vorstellung, dass den verschiedenen Stoffen
einige qualitativ verschiedene, unveränderliche „Elemente“ zu Grunde
liegen. Diese waren nach Empedokles das Feuer, das Wasser, die Luft und die
Erde. Seine Begriffsbestimmung von „Element“ ging verloren, doch findet sich
aber rund 100 Jahre später die Definition des griechischen Philosophen
Aristoteles der schrieb: „Unter Element versteht man den immanenten
Grundbestandteil, aus welchem etwas besteht, welches der Art nach nicht mehr
weiter Teilbar ist“[7.
7 ] Aristoteles
versuchte mit seinem Konzept der „vier Elemente“ die Erscheinungen der Natur
zu erklären. Daher lehrte er die Existenz einer qualitativ einheitlichen
„Urmaterie“, die durch vier gegensätzliche Qualitäten gekennzeichnet ist: Kalt-
warm und trocken- feucht. Aufgrund dieser Gegensätze ist die
„Urmaterie“ qualitativ wandelbar. Demnach blieben also nur noch vier
Paarungen, die mit den vier Körpern, woraus der Erdkörper besteht, übereinstimmen.
Die Erde, als Verkörperung des Festen, ist kalt und trocken, das Wasser ist
kalt und feucht, die Luft ist feucht und heiß, das Feuer ist heiß und trocken.
Durch diese Paarungen entstehen also die vier materiellen Elemente und aus
diesen vier Elementen entstehen alle übrigen Körper; sie sind also in allen
enthalten. Die Abweichung und Verschiedenheit in den Eigenschaften zu anderen Körper
hängt lediglich von dem Verhältnis ab, in welchem die vier zusammengesetzt
sind. Die Eigenschaften des Elements, welches überragt, nimmt der Körper an.
Diese vier elementaren Stoffe vermischen sich dann in unterschiedlichen Anteilen
und erzeugen so wahrnehmbare Substanzen. Nach
dieser Theorie waren alle vier Elemente „untereinander konvertierbar.“[2.
2 ]
Ändert sich die Form der Körper ( Transformation ), dann verwandelt die Natur
die darunter liegende „erste Materie“ in einen anderen Stoff. Auf Grund
dieser Vorstellung dachte man, dass alle Erscheinungsformen aus einer Urmaterie
entsprangen, und diese alles erzeugt und auch alles in alles verwandeln kann.
Sie war demnach auch die theoretische Stütze der Alchemisten bei ihren
Versuchen unedle Metalle in edle zu verwandeln. Die Phlogistonhypothese in Theorie und
Praxis In
der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entwickelte der deutsche Arzt, Ökonom
und Chemiker Joachim Becher (1635 -
1682) eine Theorie über die Zusammensetzung der Stoffe, die zwar schon den
alten Ansichten des Paracelsus (1493
- 1541) entsprach, diese jedoch noch in einigen Punkten veränderte. An
Stelle des Quecksilbers, Salzes und Schwefels traten drei „Erden“, aus denen alle unorganischen Körper bestehen sollten: „- terra fluida („E1“) oder >merkuanalische< Erde, die den
Stoffen Flüssigkeit, Feinheit, Flüchtigkeit und metallische Eigenschaften
verlieh; -
terra pinguis („E2“) oder
>fettige Erde< (die frühere ölige Flüssigkeit der Alchemisten), die ölige,
schweflige und brennbare Eigenschaften verlieh; und -
terra
lapidea („E3“) oder >glasartige
Erde<, das Prinzip der Schmelzbarkeit.“
[2.
2 ] Besonders
erwähnenswert an Bechers Auffassung war, dass bei der Verbrennung von Stoffen
bzw. der Verkalkung der Metalle( wie man damals die Verbrennung von Metallen
nannte) die terra pinguis („E2“)
entweiche und dies auch die Ursache der Verbrennung wäre. Aus dieser
Vorstellung entwickelte sich die Phlogistontheorie
von Georg Ernst Stahl, die sich
unter den Chemikern „fast ein Jahrhundert behaupten konnte.“[8.
8 ]
Sie wurde zur ersten empirisch fundierten Verbrennungslehre in der damals
noch jungen Chemie. Georg
Ernst Stahl wurde im Jahre 1690 in Ansbach geboren. Sein Studium widmete er der
Heilkunde. Als Professor der Medizin und Chemie erlangte er 1693 in Jena, später
in Halle das „Ansehen eines ausgezeichneten akademischen Lehrer und Arztes.“
[4.
4 ]
Im Jahre 1716 wurde Stahl zum königlichen Leibarzt erkoren und zog nach Berlin,
wo er bis zu seinem Tode (1734) erfolgreich an der Verbreitung chemischer
Kenntnisse wirkte. „Den größten Einfluss übte Stahl auf seine Zeitgenossen
und die ihm nachfolgende Generation durch seine Phlogistontheorie aus, durch die
seine übrigen chemischen Leistungen in den Hintergrund gedrängt wurden.“[4.4
]
Trotz
der zahlreichen Fortschritte der Chemie im 17. Jahrhundert gab es für die
Verbrennung noch keine richtige Erklärung. „ Wenn man... wie z.B. Becher, nur
davon sprach, daß alle Metalle vor allem eine „brennbare“ und eine
„schmelzbare“ Erde enthalten, weil sie durch Feuer einerseits in glasartige
Schlacken verwandelt und andererseits zu Oxiden, zu „Kalken“, wie man
letztere damals nannte „ausgebrannt“ werden, so war... von den eigentlich
sich vollziehenden chemischen Prozessen recht wenig in ihren ursächlichen
Zusammenhängen erfaßt.“[5.
5]
Es
waren folglich überwiegend die Resultate wichtig gewesen, die ein Experiment
lieferte. Nun aber wendete sich das Denken immer mehr dem experimentellen
Vorgang selber zu; von großer Bedeutung wurde also besonders der
Reaktionsverlauf und nicht mehr nur das Reaktionsprodukt selber. Wie
schon Becher knüpfte Stahl an die Auffassung an, dass die Verbrennung ein
Zerlegungsprozess ist, bei dem ein bestimmter Stoffanteil, „Phlogiston“[1.
1 ]
freigesetzt wird. Entscheidend dabei war jedoch, dass dieses Phlogiston (
„brennbare Erde“, von phlox=Flamme“) nicht allein in den „calcinierbaren
Metallen, sondern in jeder verbrennbaren Substanz enthalten sein sollte.“[3.3
]
Somit sollten sämtliche brennbaren Stoffe, zu denen auch die einer Verkalkung fähigen
Metalle zählten, das Phlogiston als gemeinsamen Bestandteil enthalten, welcher
bei der Verbrennung bzw. Verkalkung entweiche. Auch Nichtmetalle wie Phosphor
oder Schwefel gaben nach Stahl’s Ansicht bei der Verbrennung Phlogiston ab. Dieses
Phlogiston war nach Stahl’s Auffassung ein „Elementarteilchen, in sich fast
gewichtslos und deshalb unbemerkbar“.[6.
6 ]
Je mehr Phlogiston in einem Körper enthalten sein sollte, um so heftiger fand
die Verbrennung statt. Daraus schloss er, dass Holz bzw. Kohle also auf Grund
ihrer guten Brennbarkeit nahezu aus reinem Phlogiston bestehen, während ein
Stein dagegen beispielsweise kein Phlogiston enthalten könne. Doch auch die
Luft war für die Verbrennung notwendig, da das Phlogiston durch die Luft
aufgenommen wurde. Diese
chemischen Abläufe stellte sich Stahl in seinen korpuskularen(heute: atomaren)
Abläufen folgendermaßen vor: Zunächst muss
erwähnt werden, dass Stahl die Meinung vertrat, dass alle Verbindungen aus
verschiedenen Korpuskeln in einem unterschiedlichen „Grad der Strukturiertheit
aufgebaut sind, so daß man bei einer chemischen Zersetzung diese
unterschiedlichen Teilchen letztlich auch wieder herausholen kann.“[5.
5 ]
Die Phlogistonkorpuskeln (Phlogistonteilchen) werden beim Erhitzen aus ihrer
ursprünglichen Verbindung hinausgeschleudert und - im Falle der Reduktion -
verbinden sich die Phlogistonkorpuskeln der Kohle wieder mit dem Metallkalk und
reduzieren es zu Metall. Auch die Flammenerscheinung vermochte er zu erklären.
Sie entstehe durch das rasche, wirbelnde Entweichen der Phlogistonkorpuskeln in
der Luft, die eine Drehbewegung erzeugten. Diese Erkenntnis war die Grundlage
seiner Phlogistontheorie. „Zum ersten Male wurde der ´doppelte´
Reaktionsmechanismus bei chemischen Umsetzungen erkannt, und damit darauf
hingewiesen, daß die chemische Veränderung eines Stoffes stets mit der Veränderung
eines zweiten verbunden ist,...und die chemische Umwandlung als ein aus mehreren
Teilen bestehender Gesamtprozeß“[5.
5 ]
erfasst wurde. Stahl,
der sich u.a. gut mit der praktischen Metallurgie auskannte, bemerkte das die
Kohle bei der Metallerzeugung in den Hütten eine große Rolle spielte. Mit
Hilfe der Phlogistonübertragung fand dieser Vorgang nun Endlich eine Erklärung: „In
den Hochöfen wird Metalloxid mit Kohle zu Metall reduziert. Phlogistisch klingt
diese Erklärung folgendermaßen: Metallkalke (Bezeichnung für Oxide)
vereinigen sich mit Kohle, die, wie bekannt, fast aus reinem Kohlenstoff
besteht, zu Metall. Wenn nämlich Stahl
verstand es also, eine Vielzahl von chemischen Abläufen einheitlich
zusammenzufassen. Auf solch eine Theorie wartete die bis dahin erstarrte Chemie
seit langem. Denn diese Aussagen hatten nicht nur Gültigkeit für die
Metallverkalkung und die Reduktion der Kalke; nein, „alle Red-OX- vorgänge
waren nun deutbar“[1.
1 ]
Dies demonstrierte Stahl am Beispiel der Verbrennung von Schwefel über
Schwefeldioxid zu Schwefelsäure, sowie seiner Rückgewinnung durch Reduktion
wieder zu Schwefel: „Schwefel
wurde verbrannt, das Schwefeldioxyd wird in Wasser absorbiert, die entstehende
schweflige Säure durch Luft zu Schwefelsäure oxydiert. Nach Stahl lautete der
Vorgang folgendermaßen: Der phlogistonreiche Schwefel verliert beim Verbrennen
einen Teil seines Phlogistons, man erhält die phlogistionarme schweflige Säure,
die beim Stehen das restliche Phlogiston an die Luft abgibt und zu Schwefelsäure
wird.“[6.
6 ]
Doch entscheidend für Stahl war es, dass er in der Lage war, aus den
hergestellten schwefelsauren Salzen, wie er wähnte, mit der reichlich
phlogistonhaltigen Kohle dem Schwefel sein zuvor entzogenes Phlogiston wieder
zurückzuführen, wodurch er in seinen Ausgangszustand zurückversetzt wurde. Für
Stahl war der Schwefel demnach nach seinen Erfahrungen kein Element, sondern
eine Verbindung. Doch
auch das Auflösen war ein Vorgang mit Phlogistontausch. „Wie bekannt
verwandelt sich Zinn beim Auflösen in Salpetersäure durch Oxydation in
Zinnoxid. Phlogistisch: Das Metall übergibt sein Phlogiston der Säure, wobei
Kalk ausscheidet, ebenso wie bei der Verbrennung.“[6.
6. ] Es
war also - wenn auch noch nich ganz richtig - gelungen, für chemische Vorgänge
eine einheitliche Grundlage der Erklärung zu finden. „Daß die Verkalkung der
Metalle und die Erzeugung der Schwefelsäure aus Schwefel analoge Vorgänge sind
wie ebenso die Reduktion der Metalle und die Schwefelsäure zu Schwefel, ist, in
der Tat eine geniale Entdeckung,..“[3.3
] Diese
Theorie ist eine ziemlich genaue Umkehrung des heutigen Konzepts von Oxidation
und Reduktion. So waren nach Stahls Augen z.B. ein Metalloxid ein Element und
das bei der Reduktion mit Holzkohle entstandene Metall war eine Verbindung; der
Metallkalk war also Bestandteil des Metalls. Doch wie man an den oben genannten
Beispielen sicher bemerkt hat, enthielt Stahl’s Phlogistontheorie einen
„Keim von Wahrheit.“[6.
6 ]
Er erkannte die Wechselwirkung, die sich beim Verbrennen im Austausch einer
stofflichen Substanz zeigte. „Heute,
wo Oxydation durch Elektronenverlust, Reduktion durch Elektronenaufnahme
gedeutet wird, tritt dieser positive Keim der Lehre Stahls noch mehr in
Augenschein:
Oxydation = Phlogistonabgabe = Elektronenabgabe
Reduktion = Phlogistonaufnahme = Elektronenaufnahme Auch
wenn Stahl durch die Annahme des Phlogistons die Vorgänge von Oxidation und
Reduktion aus der heutigen Sichtweise verkehrt herum darstellte, bewirkte er mit
dieser Hypothese wesentliche Fortschritte in der Chemie. Somit war die
Phlogistonhypothese keineswegs nachteilig gewesen, denn die nachfolgende
Chemikergeneration konnte zunächst mit ihr arbeiten. Sie regte weiter zum
Experimentieren an und bei immer genaueren Beobachtungen und
Forschungsergebnissen mussten sie in Widersprüche zu Stahl‘ s Theorie
geraten. Besonders bestrebt waren die Chemiker gasförmige Stoffe ( die bisher
so gut wie außer acht gelassen wurden) zu beobachten, zu isolieren und zu
untersuchen. Gerade das „principium Phlogiston“[1.
1 ]
, welches ja nur ein hypothetischer Stoff war, versuchte man aufzufangen,
denn die Vorstellung vom Phlogiston als eines feinen, sich in der Luft
zerteilenden Stoffes lenkte die Aufmerksamkeit generell auf gasförmige Stoffe.
Somit stand die Untersuchung der Gase im Mittelpunkt der Forschung jenes
Jahrhunderts und es gelang Gerätschaften zu bauen, mit denen Gase isoliert und
untersucht werden konnten. Da
sich die Phlogistontheorie ja nur auf einen hypothetischen Stoff gründete; auch
wenn dieser als real existierend angesehen wurde, konnte er nie aufgefangen
werden. Dafür regte die Entdeckung vieler anderer gasförmiger Stoffe von
verschiedenster Art die chemische Welt zu Forschungen an. So kam es, dass die
Phlogistontheorie mit zunehmender experimenteller Erfahrung den verschiedensten
Anfechtungen ausgesetzt wurde, so dass diese wiederum durch Zusatzhypothesen
erweitert wurde. Schließlich jedoch gelang es aufzuzeigen, dass ihre Aussagen
die „objektive Realität nicht richtig widerspiegelten“[1.
1. ] Nun
wurden systematisch quantitative Methoden zur Untersuchung der Verbrennung bzw.
Verkalkung der Stoffe durchgeführt. Vielmehr wurde nun nach den Gewichtsgrößen
der Stoffe, wie sie vor und nach der Reaktion vorlagen, geforscht. Indem man die
Eigenschaften des Gewichtes in die Erklärung mit aufnahm, entdeckte man die Abhängigkeit
des Vorganges mit einem besonderen Bestandteil der Luft. Doch auch Stahl war
schon die Massenvergrößerung der Metalle beim Verkalken bekannt. Er beseitigte
diesen Widerspruch
indem er dem Phlogiston ein negatives Gewicht zuschrieb. Das Phlogiston
sollte ein so leichter Stoff sein, dass es beim Fortgang vom Metall, den
Metallkalk schwerer machen sollte. Damit musste dem Phlogiston mal ein negatives
Gewicht, sowie aber auch manchmal ein positives Gewicht zugeordnet werden. Die
Entdecker des Sauerstoffs sind Priestley,
Scheele und Lavoisier. Joseph Priestley (1734-1804) bemerkte, dass beim
Verbrennen im geschlossenen Raum sich das Luftvolumen anfänglich verminderte,
danach aber konstant blieb. Lavoisier untersuchte
den neu entdeckten Sauerstoff gründlich. Er bemerkte, dass Metalle, aber auch
Nichtmetalle wie Phosphor oder Schwefel in einem geschlossenen Raum nur bis zu
einem gewissen Grad verbrannt werden konnten, bis sich das Luftvolumen um ein Fünftel
vermindert hatte. Im Vakuum erfolgte nur eine Sublimation, jedoch keine
Verbrennung. Nur nach Zufuhr von Frischluft lasse sich weiterer Phosphor bzw.
Schwefel verbrennen. So kam Lavoisier zur Vermutung, dass sich die Luft bzw. ein
Teil der Luft mit der brennenden Substanz verbinde. Damit
stieß er jedoch auf einen Widerspruch zu Boyles
(1627- 1691) Versuch, der die Gewichtszunahme der Metalle damit begründete, das
diese bei der Verbrennung Feuerteilchen aufnehmen würden. War aber Lavoisiers
Vermutung richtig, so durfte beim Verbrennen im luftdicht geschlossenen Gefäß
keine Gewichtszunahme auftreten. Daher wiederholte er diesen Versuch und
verbrannte Zinn im geschlossenen Raum. Das Verbrennen im geschlossenen Raum ist
bis heute ein berühmter Versuch und wird häufig in der Schule als
Demonstration der Gültigkeit des „Gesetz
der Erhaltung der Masse“ gezeigt. Das Gesamtgewicht des abgeschlossenen
Raums blieb unverändert. Als er das Gefäß öffnete dran so viel Luft hinein,
wie das zuvor gewogene Zinn an Gewicht zugenommen hatte. Daraus folgerte er
wiederum, daß beim Verbrennen die brennenden Stoffe etwas aus der Luft
aufnehmen und die Gewichtszunahme gleich der Menge der verschwundenen Luft ist.
Somit konnte Lavoisier nun eindeutig nachweisen das alle Verbrennungsvorgänge keine Zerlegungsprozesse sind, wie es Stahl ja mit seiner
Phlogistonhypothese anahm sondern Vereinigungsprozesse. „Die ´Verbindungen´
der Phlogistiker – Schwefel, Metalle, Kohlenstoff, Phosphor – sind also die
eigentlichen ´Elemente´“[9.
9 ] Auch
Carl- Wilhelm Scheele (1742- 1786)
bemerkte beim Verbrennen von z.B. Phosphor unter einem mit Wasser abgesperrten
Glaszylinder, dass der Wasserspiegel um ein fünftel des Ursprungsvolumen stieg.
Somit was also nicht „Etwas“ zum ursprünglichen Volumen hinzugetreten - wie
Stahl ja behauptete - sondern ein Fünftel
davon war verschwunden. Einigen
Chemikern gelang es ein solches Luftfünftel beim Erhitzen von Quecksilberoxid
zu isolieren. Auch ohne Kohle gelang es durch einfaches Erhitzen mit einer Linse
unter Entweichen eines Gases Queckilberoxid zu Quecksilber zu reduzieren. Dabei
stellten sie fest, dass dieses Luftfünftel sich sehr gut zur Verbrennung sowie
zur Atmung eignete und dieser Teil schwerer war als die übrige Luft. Somit
schien es deutlich, „daß was sich beim Verbrennen mit den Metallen vereinigt
und ihr Gewicht erhöht, eine reinste Komponente der Luft ist, die wir einatmen
und die beim Brennen aus dem Gaszustand in den festen Zustand übergeht“[6.
6 ]
Die
Erklärung der Tatsache, dass Luft ein Stoffgemisch ist und die Rolle des
Sauerstoffs bei Verbrennungsvorgängen im Allgemeinen ist Lavoisiers Verdienst.
Er schloss auf die richtigen Zusammenhänge. Für Priestley z.B. war der
Sauerstoff nichts anderes als „dephlogisierte Luft“ ( phlogistonfreie Luft).
Er war im Gegensatz zu Lavoisier nicht in der Lage den entscheidenden Schlüssel
zur Lösung des Verbrennungstheorie zu finden, sondern blieb bis zum Ende seines
Lebens Phlogistiker. Doch
auch Henry Cavendish ( 1731- 1810)
entdeckte bei Experimenten, bei denen er Salzsäure auf Metalle einwirken ließ,
dass dabei ein Gas freigesetzt wurde, welches sich jedoch von der gewöhnlichen
Luft in einer Reihe von Eigenschaften unterschied. Er nannte das Gas aufgrund
seiner Verbrennbarkeit „brennbare Luft“; uns ist es heute als Wasserstoff
bekannt. Da das Gas wesentlich leichter war, als alle zuvor entdeckten Gase,
neigten viele Phlogistiker dazu dieses Gas für das gesuchte Phlogiston zu
halten. Als man schließlich herausfand, dass sich bei einer Vereinigung von „dephlogisierter
Luft“ ( Sauerstoff) mit „brennbarer Luft“ ( Wasserstoff) eine Explosion
eintrat, stellte man fest, dass sich das Volumen der Gase verminderte. Bei einem
Volumenverhältnis von 2:1 trat die heftigste Explosion ein und die beiden Gase
verschwanden völlig. Letztlich fanden die Chemiker als Reaktionsprodukt
„Wasser“, welches ebensoviel wog wie die beiden nun
verschwundenen Gase gemeinsam. Somit stand fest, dass auch das Wasser,
wie zuvor schon die Luft ein Stoffgemisch ist. Mit
dieser Feststellung von der Zusammensetzung des Wasser hatte sich der Ring
geschlossen. Aus all diesen Beobachtungen und Entdeckungen zog schließlich
Lavoisier die richtigen Schlüsse. Nun konnte die Unhaltbarkeit der
Phlogistontheorie endlich klar demonstriert und auch bewiesen werden. Alle Redoxreaktionen ließen sich nun anschaulich mit der Rolle der Luft
veranschaulichen. Verbrennung, Auflösen und Säurebildung konnten jetzt alle
ohne Phlogiston erklärt werden. Ziele des
Praktikums : ·
das Verständnis für die
geschichtliche Betrachtung der Chemie zu wecken ·
chemiehistorische Untersuchungen
anzuregen und zu fördern ·
das Fach Geschichte der Chemie an
den Grundschulen zu fördern ·
über die Veröffentlichung
chemiehistorischer Werke und über andere Aktivitäten auf dem Gebiet der
Geschichte der Chemie zu informieren ·
Bemühungen zur Archivierung von
chemiehistorisch relevanten Nachlässen zu unterstützen. KOMMENTARE Anonym: aus der Geschichte (der verbrennung) lernen!
verbrennung geschichte: Endlich mal etwas historisches über die Verbrennung schon für die Grundschule; Klasse! Anonym: Geschichte der Verbrennung mal ganz anders... Anonym: ist nicht schlecht der TeXt aber ein bisschen zu lange finde ich, dann ich brauche ihn fü ein Referat im Fach Chemie.. Zoltán Faragó: Eine erstklassige Zusammenstellung, herzlichen Glückwunsch. Einst ich hörte über ein Essay mit dem Titel: Combustion, the last 100.000 years of development(Autor: Felix Weinberg. Die Gesichte der Verbrennung ist sehr lang. jennifer: diese seite ist totaler mist!!es hat mir nicht geholfen....weil ihr total inteligent seid!
unerwünscht: oha ey... is ja voll die scheiße.. naja toll allein 1.klasse.. tz... ?????: naja ganz okay..aber VIEL VIEL zu lang..... Anonym: daraus lernt mann ja Lisa: das war ja toll!! das hilft meiner freundin und mir ja mal zu einem referat vor der klasse danke auch jj: geht das net irgendwie ..... naja kürzer.... zusammen gefasster..??? rtbnrz: Das ist mal echt geile Geschichte der Chemie!!Sogar ich kann das einigermaßen verstehen..noch kürzer @ Kommentator über mir?Es sollte lieber noch länger sein!!! Emily: Also wer es genau wissen will ist hier genau richtig.Ich hab zwar nur Interessehalber den text überflogen, aber er gefiel mir gut. Wer es kürzer und ungenauer haben will solte sich woanders umschauen, ihr meckerköpfe! Hier geht es ZUM FORUM [ 1. 1
] Strube, Stolz, Remane :
Geschichte der Chemie – Leipzig und Halle, Januar 1984 [ 2 .2 ]
William H. Brock : Viewegs Geschichte der Chemie—London 1992 [ 3. 3 ]
Elisabeth Ströker : Denkewege
der Chemie—München 1967 [ 4. 4 ]
Dr. Ernst von Meyer : Geschichte der Chemie—Dresden 1914 [ 5. 5 ]
Irene Strube : Georg Ernst Stahl—Leipzig 1983 [ 6. 6 ]
Ferenc Szabadvary : Lavoisier—Budapest 1973 [7.
7 ] Aristoteles : Metaphysik, 5. Buch, 3. Kap. , Dt. von Bender – Stuttgart,
1855 – 1885 [ 8. 8 ] Internetquelle : www.max-eyth-schule.nacamar.de/DOCS/html/Fachbereiche/Chemie.Geschichte_der_chemie.htm [ 9. 9 ] Andreas Woyke :
Staatsexamen
[1. 1 ] S. 23 [7. 7 ]
S. 116 [2. 2 ]
S. 9 [2. 2 ] S. 52 [8. 8 ] Internet [4. 4 ] S. 104 [4.4 ] S. 104 [5. 5] S. 35 – 36 [1. 1 ] S. 54
( phlox = Flamme ) [3.3 ]
S. 116 [6. 6 ]
S. 67 [5. 5 ]
S. 44 [5. 5 ]
S. 48 [6. 6 ]
S. 68 [1. 1 ] S. 55 [6. 6 ] S. 68 [6. 6. ]
S. 68 [3.3 ]
S. 116 - 117 [6. 6 ] S. 68 [1. 1 ] S. 55 [1. 1. ]
S. 57 [9. 9 ] S. 51 [6. 6 ]
S. 32
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