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Geschichte der Verbrennung - Die Phlogistontheorie 

 

Stellenwert von Chemie in der Grundschule: 

"Ich weiß es! Ich auch! Nein ich!" - Lebhafter Unterricht in der 1. Klasse. Die Kinder sind begeistert und wissbegierig, für vieles noch offen. Deshalb haben gerade Grundschullehrerinnen und -lehrer ein vielseitiges und verantwortungsvolles Arbeitsfeld.

 Daher sind Einfallsreichtum und Fingerspitzengefühl sind gefragt. Um guten Unterricht zu machen, sollten man selbst den trockensten Stoff noch spannend gestalten können. 

Die Darstellung zur Geschichte der Chemie trägt weites gehend vom  Verständnis historischer und aktueller Entwicklungen bei. Sie sind nicht nur wichtige Dokumente zur Kulturgeschichte, sondern sie vermitteln wesentliche Grundlagen zur wissenschaftlichen Allgemeinbildung. So gesehen tragen Kenntnisse der Geschichte der Chemie auch zur verbesserten Akzeptanz des Faches Chemie  und zur Aufbesserung des Images der Naturwissenschaften insgesamt bei.

Die Vermittlung von Kenntnissen über die Hintergründe eines Experiments sowie über die Entstehung einer Theorie trägt dazu bei, die Motivation der Kinder zu fördern und gleichzeitig deren Verständnis zur Chemie zu wecken.

Besonders die „Verbrennung“ ist bis heute für Kinder ein Phänomen. Da sie die Vorgänge visuell erfassen können, ist das Interesse am Thema meist unwahrscheinlich groß. Mit Hilfe vieler Schülerexperimente kann so ein Stück Chemie – Geschichte nachvollzogen und lebendig gemacht werden.

  Theoretische Ansichten über die Zusammensetzung der Körper, insbesondere über die Elemente

Die Frage nach den letzten Bestandteilen der Körper, nach den Elementen beschäftigte schon die ältesten Völker lebhaft. Besonders die Frage nach der materiellen Zusammensetzung der Welt, ihrem Entstehen und den Ursachen ihrer unaufhörlichen Veränderung wollte man geklärt wissen. Damit wurden also Probleme berührt, die die verschiedenen Stoffe und ihre qualitativen Veränderungen betreffen. „ Sie fragten nach den Dingen, die dem Wandel der Geschehnisse als Bleibendes zugrunde liegen, suchten nach den ursprünglichen Bestandteilen des Universums und fragten nach den Ursachen ihrer Veränderungen sowie nach dem „Prinzip“, das alle Bewegungen hervorruft“[1. 1 ]

Die Lehren des Empedokles ( † um 430 v. uns. Zeit) aus Akaras enthalten die Vorstellung, dass den verschiedenen Stoffen einige qualitativ verschiedene, unveränderliche „Elemente“ zu Grunde liegen. Diese waren nach Empedokles das Feuer, das Wasser, die Luft und die Erde. Seine Begriffsbestimmung von „Element“ ging verloren, doch findet sich aber rund 100 Jahre später die Definition des griechischen Philosophen Aristoteles der schrieb: „Unter Element versteht man den immanenten Grundbestandteil, aus welchem etwas besteht, welches der Art nach nicht mehr weiter Teilbar ist“[7. 7 ]

Aristoteles versuchte mit seinem Konzept der „vier Elemente“ die Erscheinungen der Natur zu erklären. Daher lehrte er die Existenz einer qualitativ einheitlichen „Urmaterie“, die durch vier gegensätzliche Qualitäten gekennzeichnet ist: Kalt- warm und trocken- feucht. Aufgrund dieser Gegensätze ist die „Urmaterie“ qualitativ wandelbar. Demnach blieben also nur noch vier Paarungen, die mit den vier Körpern, woraus der Erdkörper besteht, übereinstimmen. Die Erde, als Verkörperung des Festen, ist kalt und trocken, das Wasser ist kalt und feucht, die Luft ist feucht und heiß, das Feuer ist heiß und trocken. Durch diese Paarungen entstehen also die vier materiellen Elemente und aus diesen vier Elementen entstehen alle übrigen Körper; sie sind also in allen enthalten. Die Abweichung und Verschiedenheit in den Eigenschaften zu anderen Körper hängt lediglich von dem Verhältnis ab, in welchem die vier zusammengesetzt sind. Die Eigenschaften des Elements, welches überragt, nimmt der Körper an. Diese vier elementaren Stoffe vermischen sich dann in unterschiedlichen Anteilen und erzeugen so wahrnehmbare Substanzen.

Nach dieser Theorie waren alle vier Elemente „untereinander konvertierbar.“[2. 2 ] Ändert sich die Form der Körper ( Transformation ), dann verwandelt die Natur die darunter liegende „erste Materie“ in einen anderen Stoff. Auf Grund dieser Vorstellung dachte man, dass alle Erscheinungsformen aus einer Urmaterie entsprangen, und diese alles erzeugt und auch alles in alles verwandeln kann. Sie war demnach auch die theoretische Stütze der Alchemisten bei ihren Versuchen unedle Metalle in edle zu verwandeln.

Die Phlogistonhypothese in Theorie und Praxis

 

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entwickelte der deutsche Arzt, Ökonom und Chemiker Joachim Becher (1635 - 1682) eine Theorie über die Zusammensetzung der Stoffe, die zwar schon den alten Ansichten des Paracelsus (1493 - 1541) entsprach, diese jedoch noch in einigen Punkten veränderte.

An Stelle des Quecksilbers, Salzes und Schwefels traten drei „Erden“, aus denen alle unorganischen Körper bestehen sollten:

 

„- terra fluida („E1“) oder >merkuanalische< Erde, die den Stoffen Flüssigkeit, Feinheit, Flüchtigkeit und metallische Eigenschaften verlieh;

 

- terra pinguis („E2“) oder >fettige Erde< (die frühere ölige Flüssigkeit der Alchemisten), die ölige, schweflige und brennbare Eigenschaften verlieh; und

 

-          terra lapidea („E3“) oder >glasartige Erde<, das Prinzip der Schmelzbarkeit.“  [2. 2 ]

 

 

Besonders erwähnenswert an Bechers Auffassung war, dass bei der Verbrennung von Stoffen bzw. der Verkalkung der Metalle( wie man damals die Verbrennung von Metallen nannte) die terra pinguis („E2“) entweiche und dies auch die Ursache der Verbrennung wäre. Aus dieser Vorstellung entwickelte sich die Phlogistontheorie von Georg Ernst Stahl, die sich unter den Chemikern „fast ein Jahrhundert behaupten konnte.“[8. 8 ]  Sie wurde zur ersten empirisch fundierten Verbrennungslehre in der damals noch jungen Chemie.

Georg Ernst Stahl wurde im Jahre 1690 in Ansbach geboren. Sein Studium widmete er der Heilkunde. Als Professor der Medizin und Chemie erlangte er 1693 in Jena, später in Halle das „Ansehen eines ausgezeichneten akademischen Lehrer und Arztes.“ [4. 4 ] Im Jahre 1716 wurde Stahl zum königlichen Leibarzt erkoren und zog nach Berlin, wo er bis zu seinem Tode (1734) erfolgreich an der Verbreitung chemischer Kenntnisse wirkte. „Den größten Einfluss übte Stahl auf seine Zeitgenossen und die ihm nachfolgende Generation durch seine Phlogistontheorie aus, durch die seine übrigen chemischen Leistungen in den Hintergrund gedrängt wurden.“[4.4 ]

Trotz der zahlreichen Fortschritte der Chemie im 17. Jahrhundert gab es für die Verbrennung noch keine richtige Erklärung. „ Wenn man... wie z.B. Becher, nur davon sprach, daß alle Metalle vor allem eine „brennbare“ und eine „schmelzbare“ Erde enthalten, weil sie durch Feuer einerseits in glasartige Schlacken verwandelt und andererseits zu Oxiden, zu „Kalken“, wie man letztere damals nannte „ausgebrannt“ werden, so war... von den eigentlich sich vollziehenden chemischen Prozessen recht wenig in ihren ursächlichen Zusammenhängen erfaßt.“[5. 5]  Es waren folglich überwiegend die Resultate wichtig gewesen, die ein Experiment lieferte. Nun aber wendete sich das Denken immer mehr dem experimentellen Vorgang selber zu; von großer Bedeutung wurde also besonders der Reaktionsverlauf und nicht mehr nur das Reaktionsprodukt selber.

Wie schon Becher knüpfte Stahl an die Auffassung an, dass die Verbrennung ein Zerlegungsprozess ist, bei dem ein bestimmter Stoffanteil, „Phlogiston[1. 1 ] freigesetzt wird. Entscheidend dabei war jedoch, dass dieses Phlogiston ( „brennbare Erde“, von phlox=Flamme“) nicht allein in den „calcinierbaren Metallen, sondern in jeder verbrennbaren Substanz enthalten sein sollte.“[3.3 ] Somit sollten sämtliche brennbaren Stoffe, zu denen auch die einer Verkalkung fähigen Metalle zählten, das Phlogiston als gemeinsamen Bestandteil enthalten, welcher bei der Verbrennung bzw. Verkalkung entweiche. Auch Nichtmetalle wie Phosphor oder Schwefel gaben nach Stahl’s Ansicht bei der Verbrennung Phlogiston ab.

Dieses Phlogiston war nach Stahl’s Auffassung ein „Elementarteilchen, in sich fast gewichtslos und deshalb unbemerkbar“.[6. 6 ] Je mehr Phlogiston in einem Körper enthalten sein sollte, um so heftiger fand die Verbrennung statt. Daraus schloss er, dass Holz bzw. Kohle also auf Grund ihrer guten Brennbarkeit nahezu aus reinem Phlogiston bestehen, während ein Stein dagegen beispielsweise kein Phlogiston enthalten könne. Doch auch die Luft war für die Verbrennung notwendig, da das Phlogiston durch die Luft aufgenommen wurde.

Diese chemischen Abläufe stellte sich Stahl in seinen korpuskularen(heute: atomaren) Abläufen folgendermaßen vor: Zunächst  muss erwähnt werden, dass Stahl die Meinung vertrat, dass alle Verbindungen aus verschiedenen Korpuskeln in einem unterschiedlichen „Grad der Strukturiertheit aufgebaut sind, so daß man bei einer chemischen Zersetzung diese unterschiedlichen Teilchen letztlich auch wieder herausholen kann.“[5. 5 ] Die Phlogistonkorpuskeln (Phlogistonteilchen) werden beim Erhitzen aus ihrer ursprünglichen Verbindung hinausgeschleudert und - im Falle der Reduktion - verbinden sich die Phlogistonkorpuskeln der Kohle wieder mit dem Metallkalk und reduzieren es zu Metall. Auch die Flammenerscheinung vermochte er zu erklären. Sie entstehe durch das rasche, wirbelnde Entweichen der Phlogistonkorpuskeln in der Luft, die eine Drehbewegung erzeugten. Diese Erkenntnis war die Grundlage seiner Phlogistontheorie. „Zum ersten Male wurde der ´doppelte´ Reaktionsmechanismus bei chemischen Umsetzungen erkannt, und damit darauf hingewiesen, daß die chemische Veränderung eines Stoffes stets mit der Veränderung eines zweiten verbunden ist,...und die chemische Umwandlung als ein aus mehreren Teilen bestehender Gesamtprozeß“[5. 5 ] erfasst wurde.

Stahl, der sich u.a. gut mit der praktischen Metallurgie auskannte, bemerkte das die Kohle bei der Metallerzeugung in den Hütten eine große Rolle spielte. Mit Hilfe der Phlogistonübertragung fand dieser Vorgang nun Endlich eine Erklärung:

„In den Hochöfen wird Metalloxid mit Kohle zu Metall reduziert. Phlogistisch klingt diese Erklärung folgendermaßen: Metallkalke (Bezeichnung für Oxide) vereinigen sich mit Kohle, die, wie bekannt, fast aus reinem Kohlenstoff besteht, zu Metall. Wenn nämlich

 

            Metall -  Phlogiston = Kalk

 

              so ist umgekehrt

 

            Kalk+ Phlogiston = Metall“         [6. 6 ]

 

 

Stahl verstand es also, eine Vielzahl von chemischen Abläufen einheitlich zusammenzufassen. Auf solch eine Theorie wartete die bis dahin erstarrte Chemie seit langem. Denn diese Aussagen hatten nicht nur Gültigkeit für die Metallverkalkung und die Reduktion der Kalke; nein, „alle Red-OX- vorgänge waren nun deutbar“[1. 1 ] Dies demonstrierte Stahl am Beispiel der Verbrennung von Schwefel über Schwefeldioxid zu Schwefelsäure, sowie seiner Rückgewinnung durch Reduktion wieder zu Schwefel:

„Schwefel wurde verbrannt, das Schwefeldioxyd wird in Wasser absorbiert, die entstehende schweflige Säure durch Luft zu Schwefelsäure oxydiert. Nach Stahl lautete der Vorgang folgendermaßen: Der phlogistonreiche Schwefel verliert beim Verbrennen einen Teil seines Phlogistons, man erhält die phlogistionarme schweflige Säure, die beim Stehen das restliche Phlogiston an die Luft abgibt und zu Schwefelsäure wird.“[6. 6 ] Doch entscheidend für Stahl war es, dass er in der Lage war, aus den hergestellten schwefelsauren Salzen, wie er wähnte, mit der reichlich phlogistonhaltigen Kohle dem Schwefel sein zuvor entzogenes Phlogiston wieder zurückzuführen, wodurch er in seinen Ausgangszustand zurückversetzt wurde. Für Stahl war der Schwefel demnach nach seinen Erfahrungen kein Element, sondern eine Verbindung.

Doch auch das Auflösen war ein Vorgang mit Phlogistontausch. „Wie bekannt verwandelt sich Zinn beim Auflösen in Salpetersäure durch Oxydation in Zinnoxid. Phlogistisch: Das Metall übergibt sein Phlogiston der Säure, wobei Kalk ausscheidet, ebenso wie bei der Verbrennung.“[6. 6. ]

Es war also - wenn auch noch nich ganz richtig - gelungen, für chemische Vorgänge eine einheitliche Grundlage der Erklärung zu finden. „Daß die Verkalkung der Metalle und die Erzeugung der Schwefelsäure aus Schwefel analoge Vorgänge sind wie ebenso die Reduktion der Metalle und die Schwefelsäure zu Schwefel, ist, in der Tat eine geniale Entdeckung,..“[3.3 ]

Diese Theorie ist eine ziemlich genaue Umkehrung des heutigen Konzepts von Oxidation und Reduktion. So waren nach Stahls Augen z.B. ein Metalloxid ein Element und das bei der Reduktion mit Holzkohle entstandene Metall war eine Verbindung; der Metallkalk war also Bestandteil des Metalls. Doch wie man an den oben genannten Beispielen sicher bemerkt hat, enthielt Stahl’s Phlogistontheorie einen „Keim von Wahrheit.“[6. 6 ] Er erkannte die Wechselwirkung, die sich beim Verbrennen im Austausch einer stofflichen Substanz zeigte.

„Heute, wo Oxydation durch Elektronenverlust, Reduktion durch Elektronenaufnahme gedeutet wird, tritt dieser positive Keim der Lehre Stahls noch mehr in Augenschein:

 

                Oxydation = Phlogistonabgabe = Elektronenabgabe

                Reduktion = Phlogistonaufnahme = Elektronenaufnahme

 

 Auch wenn Stahl durch die Annahme des Phlogistons die Vorgänge von Oxidation und Reduktion aus der heutigen Sichtweise verkehrt herum darstellte, bewirkte er mit dieser Hypothese wesentliche Fortschritte in der Chemie. Somit war die Phlogistonhypothese keineswegs nachteilig gewesen, denn die nachfolgende Chemikergeneration konnte zunächst mit ihr arbeiten. Sie regte weiter zum Experimentieren an und bei immer genaueren Beobachtungen und Forschungsergebnissen mussten sie in Widersprüche zu Stahl‘ s Theorie geraten. Besonders bestrebt waren die Chemiker gasförmige Stoffe ( die bisher so gut wie außer acht gelassen wurden) zu beobachten, zu isolieren und zu untersuchen. Gerade das „principium Phlogiston“[1. 1 ]  , welches ja nur ein hypothetischer Stoff war, versuchte man aufzufangen, denn die Vorstellung vom Phlogiston als eines feinen, sich in der Luft zerteilenden Stoffes lenkte die Aufmerksamkeit generell auf gasförmige Stoffe. Somit stand die Untersuchung der Gase im Mittelpunkt der Forschung jenes Jahrhunderts und es gelang Gerätschaften zu bauen, mit denen Gase isoliert und untersucht werden konnten.

Da sich die Phlogistontheorie ja nur auf einen hypothetischen Stoff gründete; auch wenn dieser als real existierend angesehen wurde, konnte er nie aufgefangen werden. Dafür regte die Entdeckung vieler anderer gasförmiger Stoffe von verschiedenster Art die chemische Welt zu Forschungen an. So kam es, dass die Phlogistontheorie mit zunehmender experimenteller Erfahrung den verschiedensten Anfechtungen ausgesetzt wurde, so dass diese wiederum durch Zusatzhypothesen erweitert wurde. Schließlich jedoch gelang es aufzuzeigen, dass ihre Aussagen die „objektive Realität nicht richtig widerspiegelten“[1. 1. ]

Nun wurden systematisch quantitative Methoden zur Untersuchung der Verbrennung bzw. Verkalkung der Stoffe durchgeführt. Vielmehr wurde nun nach den Gewichtsgrößen der Stoffe, wie sie vor und nach der Reaktion vorlagen, geforscht. Indem man die Eigenschaften des Gewichtes in die Erklärung mit aufnahm, entdeckte man die Abhängigkeit des Vorganges mit einem besonderen Bestandteil der Luft. Doch auch Stahl war schon die Massenvergrößerung der Metalle beim Verkalken bekannt. Er beseitigte diesen  Widerspruch  indem er dem Phlogiston ein negatives Gewicht zuschrieb. Das Phlogiston sollte ein so leichter Stoff sein, dass es beim Fortgang vom Metall, den Metallkalk schwerer machen sollte. Damit musste dem Phlogiston mal ein negatives Gewicht, sowie aber auch manchmal ein positives Gewicht zugeordnet werden.

Die Entdecker des Sauerstoffs sind Priestley, Scheele und Lavoisier. Joseph Priestley (1734-1804) bemerkte, dass beim Verbrennen im geschlossenen Raum sich das Luftvolumen anfänglich verminderte, danach aber konstant blieb. Lavoisier untersuchte den neu entdeckten Sauerstoff gründlich. Er bemerkte, dass Metalle, aber auch Nichtmetalle wie Phosphor oder Schwefel in einem geschlossenen Raum nur bis zu einem gewissen Grad verbrannt werden konnten, bis sich das Luftvolumen um ein Fünftel vermindert hatte. Im Vakuum erfolgte nur eine Sublimation, jedoch keine Verbrennung. Nur nach Zufuhr von Frischluft lasse sich weiterer Phosphor bzw. Schwefel verbrennen. So kam Lavoisier zur Vermutung, dass sich die Luft bzw. ein Teil der Luft mit der brennenden Substanz verbinde.

Damit stieß er jedoch auf einen Widerspruch zu Boyles (1627- 1691) Versuch, der die Gewichtszunahme der Metalle damit begründete, das diese bei der Verbrennung Feuerteilchen aufnehmen würden. War aber Lavoisiers Vermutung richtig, so durfte beim Verbrennen im luftdicht geschlossenen Gefäß keine Gewichtszunahme auftreten. Daher wiederholte er diesen Versuch und verbrannte Zinn im geschlossenen Raum. Das Verbrennen im geschlossenen Raum ist bis heute ein berühmter Versuch und wird häufig in der Schule als Demonstration der Gültigkeit des „Gesetz der Erhaltung der Masse“ gezeigt. Das Gesamtgewicht des abgeschlossenen Raums blieb unverändert. Als er das Gefäß öffnete dran so viel Luft hinein, wie das zuvor gewogene Zinn an Gewicht zugenommen hatte. Daraus folgerte er wiederum, daß beim Verbrennen die brennenden Stoffe etwas aus der Luft aufnehmen und die Gewichtszunahme gleich der Menge der verschwundenen Luft ist. Somit konnte Lavoisier nun eindeutig nachweisen das alle Verbrennungsvorgänge  keine Zerlegungsprozesse sind, wie es Stahl ja mit seiner Phlogistonhypothese anahm sondern Vereinigungsprozesse. „Die ´Verbindungen´ der Phlogistiker – Schwefel, Metalle, Kohlenstoff, Phosphor – sind also die eigentlichen ´Elemente´“[9. 9 ]

 Auch Carl- Wilhelm Scheele (1742- 1786) bemerkte beim Verbrennen von z.B. Phosphor unter einem mit Wasser abgesperrten Glaszylinder, dass der Wasserspiegel um ein fünftel des Ursprungsvolumen stieg. Somit was also nicht „Etwas“ zum ursprünglichen Volumen hinzugetreten - wie Stahl ja behauptete -  sondern ein Fünftel davon war verschwunden.

Einigen Chemikern gelang es ein solches Luftfünftel beim Erhitzen von Quecksilberoxid zu isolieren. Auch ohne Kohle gelang es durch einfaches Erhitzen mit einer Linse unter Entweichen eines Gases Queckilberoxid zu Quecksilber zu reduzieren. Dabei stellten sie fest, dass dieses Luftfünftel sich sehr gut zur Verbrennung sowie zur Atmung eignete und dieser Teil schwerer war als die übrige Luft. Somit schien es deutlich, „daß was sich beim Verbrennen mit den Metallen vereinigt und ihr Gewicht erhöht, eine reinste Komponente der Luft ist, die wir einatmen und die beim Brennen aus dem Gaszustand in den festen Zustand übergeht“[6. 6 ]

Die Erklärung der Tatsache, dass Luft ein Stoffgemisch ist und die Rolle des Sauerstoffs bei Verbrennungsvorgängen im Allgemeinen ist Lavoisiers Verdienst. Er schloss auf die richtigen Zusammenhänge. Für Priestley z.B. war der Sauerstoff nichts anderes als „dephlogisierte Luft“ ( phlogistonfreie Luft). Er war im Gegensatz zu Lavoisier nicht in der Lage den entscheidenden Schlüssel zur Lösung des Verbrennungstheorie zu finden, sondern blieb bis zum Ende seines Lebens Phlogistiker. 

Doch auch Henry Cavendish ( 1731- 1810) entdeckte bei Experimenten, bei denen er Salzsäure auf Metalle einwirken ließ, dass dabei ein Gas freigesetzt wurde, welches sich jedoch von der gewöhnlichen Luft in einer Reihe von Eigenschaften unterschied. Er nannte das Gas aufgrund seiner Verbrennbarkeit „brennbare Luft“; uns ist es heute als Wasserstoff bekannt. Da das Gas wesentlich leichter war, als alle zuvor entdeckten Gase, neigten viele Phlogistiker dazu dieses Gas für das gesuchte Phlogiston zu halten. Als man schließlich herausfand, dass sich bei einer Vereinigung von „dephlogisierter Luft“ ( Sauerstoff) mit „brennbarer Luft“ ( Wasserstoff) eine Explosion eintrat, stellte man fest, dass sich das Volumen der Gase verminderte. Bei einem Volumenverhältnis von 2:1 trat die heftigste Explosion ein und die beiden Gase verschwanden völlig. Letztlich fanden die Chemiker als Reaktionsprodukt „Wasser“, welches ebensoviel wog wie die beiden nun  verschwundenen Gase gemeinsam. Somit stand fest, dass auch das Wasser, wie zuvor schon die Luft ein Stoffgemisch ist.

Mit dieser Feststellung von der Zusammensetzung des Wasser hatte sich der Ring geschlossen. Aus all diesen Beobachtungen und Entdeckungen zog schließlich Lavoisier die richtigen Schlüsse. Nun konnte die Unhaltbarkeit der Phlogistontheorie endlich klar demonstriert und auch bewiesen werden. Alle Redoxreaktionen ließen sich nun anschaulich mit der Rolle der Luft veranschaulichen. Verbrennung, Auflösen und Säurebildung konnten jetzt alle ohne Phlogiston erklärt werden.

 

 

Ziele des Praktikums :

 

·         das Verständnis für die geschichtliche Betrachtung der Chemie zu wecken

 

·         chemiehistorische Untersuchungen anzuregen und zu fördern

 

·         das Fach Geschichte der Chemie an den Grundschulen zu fördern

 

·         über die Veröffentlichung chemiehistorischer Werke und über andere Aktivitäten auf dem Gebiet der Geschichte der Chemie zu informieren

 

·         Bemühungen zur Archivierung von chemiehistorisch relevanten Nachlässen zu unterstützen.

  Literaturverzeichnis:

 

 

[ 1. 1  ]  Strube, Stolz, Remane : Geschichte der Chemie – Leipzig und Halle, Januar 1984

 

[ 2 .2 ]  William H. Brock : Viewegs Geschichte der Chemie—London 1992

 

[ 3. 3 ]  Elisabeth Ströker :  Denkewege der Chemie—München 1967

 

[ 4. 4 ]  Dr. Ernst von Meyer : Geschichte der Chemie—Dresden 1914

 

[ 5. 5 ]  Irene Strube : Georg Ernst Stahl—Leipzig 1983

 

[ 6. 6 ]  Ferenc Szabadvary : Lavoisier—Budapest 1973

  

[7. 7 ] Aristoteles : Metaphysik, 5. Buch, 3. Kap. , Dt. von Bender – Stuttgart, 1855 – 1885 

 

[ 8. 8 ] Internetquelle :

www.max-eyth-schule.nacamar.de/DOCS/html/Fachbereiche/Chemie.Geschichte_der_chemie.htm

 

[ 9. 9 ] Andreas Woyke : Staatsexamen

 


[1. 1 ] S. 23

[7. 7 ] S. 116

[2. 2 ] S. 9

[2. 2 ] S. 52

[8. 8 ] Internet

[4. 4 ] S. 104

[4.4 ] S. 104

[5. 5] S. 35 – 36

[1. 1 ]  S. 54  ( phlox = Flamme )

[3.3 ]  S. 116

[6. 6 ] S. 67

[5. 5 ] S. 44

[5. 5 ] S. 48

[6. 6 ] S. 68

[1. 1 ]  S. 55

[6. 6 ]  S. 68

[6. 6. ] S. 68

[3.3 ] S. 116 - 117

[6. 6 ] S. 68

[1. 1 ] S. 55

[1. 1. ] S. 57

[9. 9 ]  S. 51

[6. 6 ] S. 32

 

 

 

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